Reisetagebuch von Christian Kaiser

Kategorie: Reisen (Seite 10 von 10)

La maleta desaparecida

Im Nachhinein war es bloss ein kurzer Schreck: Fängt so jetzt das Abenteuer an? Jedenfalls standen wir im Flughafen Ezeiza am Gepäckband und der Strom von Menschen und Koffern aus dem Lufthansa-Jumbo ebbte langsam ab. Aber Carmens Koffer war nirgends aufgetaucht. Nur ein sehr ähnliches Modell drehte auf dem Gepäckband einsam seine Runden…

Eine Stunde später fuhren wir erstmals mit einer «Vermisstenanzeige» und nur einem Koffer in die Stadt. Hier konnten wir problemlos unsere Wohnung übernehmen. Danach versuchten wir uns einigermassen erfolgreich im Geldwechseln, Einkaufen und Mittagessen. Und siehe da, nachmittags um vier fand schliesslich auch Carmens Koffer per Kurier den Weg zu uns. Soll mal einer sagen, die Porteños seien nicht organisiert.

Auf geht’s

Die letzte Woche war ein ziemliches Wechselbad der Gefühle: Auf einmal war die Nervosität da und ging nicht wieder weg. Die Laune wechselte ständig zwischen Hochgefühl und Krisenmodus. Alle Eventualitäten wurden durchgekaut und gleichzeitig hab ich mir immer wieder vergegenwärtigt, wie toll das kommende Halbjahr werden wird. Nun ja, so ist das halt bei mir vor grossen Veränderungen…

Jedenfalls haben wir alle verbleibenden Aufgaben abgearbeitet: Die Wohnung ist aufgeräumt, die ersten Reiseziele sind geplant und die Koffer sind gepackt. Der umfangreiche Gerätepark ist im Handgepäck verstaut (wie haben wir das bloss früher gemacht, als es noch keine iPads und Laptops gab?) und für den heutigen Flug nach Buenos Aires sind wir eingecheckt. Noch 3 Stunden, dann fahren wir los. Das kalte Wetter macht den Abschied einfacher, in Buenos Aires erwarten uns rund 30 Grad.

Unser Dank geht an alle, die uns bei der Planung der Reise geholfen haben, die uns wertvolle Tipps und Details zu einzelnen Destinationen geliefert haben, oder die uns moralisch für unser Vorhaben unterstützt haben. Wir wünschen Euch allen eine gute Zeit in der Schweiz (oder wo auch immer), lasst uns in Kontakt bleiben und wir freuen uns, Euch im zweiten Halbjahr 2017 wiederzusehen.

¡Hasta luego!

Reisevorbereitungen: Alles muss weg

In weniger als vier Wochen werden wir auf unsere grosse Reise gehen. So langsam steigern sich Nervosität und Vorfreude. In den letzten Wochen habe ich viele Orte besucht und Freunde getroffen, im Wissen, dass dies für eine Weile das letzte Mal war. Aufbrechen und Neues kennenlernen bedeutet auch, Altbekanntes zurückzulassen.

Die vergangenen zwei Wochen habe ich damit verbracht, mich von alten Dingen zu lösen, sie abzuschliessen, wegzugeben oder fortzuwerfen. Zum Beispiel habe ich endlich die Briefmarkensammlung meines Grossvaters verkauft, die während mancher Jahre einen Laufmeter Regal verstellt hatte. Und für meine 20jährigen „Magic“-Sammelspielkarten, die ich schon fast fortschmeissen wollte, wird auf Ricardo zur Zeit so heftig geboten, dass ich dafür wohl fast gleichviel kriegen werde, wie für die Abertausenden von Briefmarken. Auch Verträge und Abos galt es aufzukündigen: Zeitung, GA, Cablecom, Billag, Garagenplatz, iPad-Datenabo, etc. Das Resultat ist ein sehr befreiendes Gefühl, es schafft Platz für all das Neue, das da bald auf uns einprasseln wird.

Weiter geht’s natürlich auch mit unseren Reisevorbereitungen: Carmen und ich lernen fleissig Spanisch, der Impftermin bei der Tropenärztin kommt näher und vor ein paar Tagen habe ich das Abschiedsgeschenk von meinen CS-Kollegen (ein Gutschein von Transa) erfolgreich in eine Windjacke verwandelt.

Und schliesslich machen wir uns auch schon Gedanken für die Zeit nach unserer Reise, denn letzte Woche waren wir, ähm, an einer Reise-Messe…

Raus in die Welt

Noch eine Woche arbeiten, noch 50 Mal schlafen, dann geht’s los, raus in die Welt. Für 200 Tage sind wir weg von zuhause, unterwegs in Ländern, die wir noch nie besucht haben. Von denen wir aber schon lange geträumt haben: Fremde Kulturen, kunterbunte Städte und exotische Landschaften. Wir freuen uns auf klingende Namen wie Patagonien, Fidschi, Chongqing und Shangri-La. Welche Orte werden wir ins Herz schliessen, welche bloss durchreisen? Welche Personen, Ereignisse und Stimmungen werden als Erinnerungen bleiben? All das gilt es herauszufinden, deshalb reisen wir.