{"id":980,"date":"2017-06-22T15:06:39","date_gmt":"2017-06-22T14:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/?p=980"},"modified":"2017-06-22T15:06:39","modified_gmt":"2017-06-22T14:06:39","slug":"freche-affen-und-springende-tiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/freche-affen-und-springende-tiger\/","title":{"rendered":"\u987d\u76ae\u7684\u7334\u5b50\u548c\u8df3\u8dc3\u864e \u2013 Freche Affen und springende Tiger"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag morgen fuhren wir noch rasch an den nahen Erhai-See (damit wir den abhaken konnten), danach folgte die zweist\u00fcndige Fahrt zum <strong>Shibao-Berg<\/strong>. Hier gab es eine Felswand, an die sich ein paar Tempel und Statuen schmiegten, welche es nat\u00fcrlich zu besichtigen galt. Einmal mehr zeigte sich, dass das Interesse an Tempeln bei unserem Guide st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt war als bei uns, doch wir gingen tapfer mit. Eine weitere Attraktion dieses Ortes waren die wilden Affen, die jede Menschenscheu vermissend die Gegend unsicher machten. Beim anschliessenden Snack an der Bushaltestelle musste man aufpassen, dass die Viecher einem nicht die chinesischen Pommes frites vom Teller klauten. Mit einer kurzen Busfahrt gelangten wir anschliessend auf den Gipfel des <strong>Shizong-Bergs<\/strong>, wo es ganz in der N\u00e4he Figuren zu besichtigen gab, die vor 1&#8217;200 Jahren aus dem Fels gehauen worden waren. Nach diesem Rundgang wanderten wir dann vom Berg runter zum Dorf Shaxi. Zu unserer Verwunderung war der Wanderweg durchgehend gepflastert und mit Stufen versehen. In <strong>Shaxi<\/strong> angelangt, genossen wir ein sp\u00e4tes Mittagessen und gingen dann auf Stadtbesichtigung. Das Interessante an Shaxi ist, dass dieses einst heruntergekommene Dorf 2001 auf eine Initiative der ETH Z\u00fcrich hin im originalen Stil wiederaufgebaut bzw. restauriert wurde. Dieses Projekt war so erfolgreich, dass es 2005 von der UNESCO ausgezeichnet wurde. Shaxi selber wurde von der kommunistischen Partei Chinas umgehend zum Modell-Dorf erkl\u00e4rt. Und wir erkl\u00e4ren hiermit den Kaffee von \u53f6\u5b50\u7684\u5e97 zum besten von ganz China.<\/p>\n<p>Nach einer \u00dcbernachtung in <strong>Shuhe<\/strong> gingen wir <strong>Lijiang<\/strong> besichtigen. Leider war es bew\u00f6lkt, weshalb uns ein Blick auf den 6&#8217;000m hohen Jade-Drachen-Schneeberg verwehrt blieb. Sowohl Lijiang als auch Shuhe sind sehr touristisch und werden vorwiegend von chinesischen Touristen besucht. Die Altstadtgassen sind lieblich, weil sie von Kan\u00e4len durchflossen werden. Doch leider hatte mal ein Restaurant die Idee, mit Livemusik mehr Kunden anzulocken. Weil das funktioniert hat und weil die Chinesen super im Kopieren sind, pl\u00e4rrt es jetzt abends aus allen Lokalen. In der Innenstadt gibt es nun kaum einen Tisch, der nicht mindestens aus drei unterschiedlichen Quellen beschallt wird. Zum ersten Mal in China kriegten wir in Shuhe mal so richtig gr\u00e4ssliches Essen aufgetischt.<\/p>\n<p>Leider ging es am n\u00e4chsten Morgen ebenso gr\u00e4sslich weiter: Es regnete n\u00e4mlich heftig. Was nicht weiter tragisch gewesen w\u00e4re, wenn unser Reiseprogramm nicht gerade an diesem Tag unsere zweit\u00e4gige Wanderung durch die <strong>Tigersprung-Schlucht<\/strong> vorgesehen h\u00e4tte. Zwar hofften wir auf der zweist\u00fcndigen Autofahrt nach Qiautou, dass der Regen noch rechtzeitig aufh\u00f6ren w\u00fcrde, doch vergeblich. Um halb zw\u00f6lf wanderten wir los, mit Regenschutz und -hose, vor uns ein Anstieg von 1&#8217;000 H\u00f6henmetern und eine graue, trostlose Gegend. Kurz nach dem Start verriet uns Frank, unser Guide, dass zur Zeit gerade eine Autobahn und eine Eisenbahnlinie durch die Schlucht gebaut w\u00fcrden, was erkl\u00e4rte, weshalb unser \u00abWanderweg\u00bb eine lehmige Baustellen-Zufahrt war, auf der alle paar Minuten ein dreckiger Lastwagen vorbeirumpelte. Und weil der Weg eben zum Bauen gebraucht wurde, hatten die Leute kurzerhand einen neuen Wanderweg gebaut, leider einen, der noch ein paar hundert zus\u00e4tzliche H\u00f6henmeter erforderte. Der Aufstieg war so streng, dass wir in K\u00fcrze v\u00f6llig durchgeschwitzt waren. Da wir nur einen Tagesrucksack mit wenig Wechselw\u00e4sche dabei hatten (unsere Koffer w\u00fcrden wir erst am Folgetag wieder sehen) und keine Ahnung hatten, in welchem Zustand das Gasthaus in der Schlucht sein w\u00fcrde, war unsere Motivation ziemlich auf den Nullpunkt abgesunken. Und so langsam kamen uns auch Sicherheitsbedenken, denn der Weg war schl\u00fcpfrig und die Schlucht steil\u2026 Nach 2.5h Aufstieg im Dauerregen gelangten wir zum Naxi Family Guesthouse, wo der Mittagshalt vorgesehen war. Hier \u00fcberredeten wir unseren Guide dazu, f\u00fcr den zweiten Teil eine Transportm\u00f6glichkeit zu organisieren (er war dar\u00fcber auch nicht ungl\u00fccklich). Zum Gl\u00fcck klappte das und so erreichten wir das Tea Horse Guesthouse auf angenehmerem und sicherem Weg. Und den Nachmittagstee konnten wir sogar wieder in trockenem Zustand geniessen.<\/p>\n<p>Am Mittwochmorgen war die Tigersprung-Schlucht zwar noch verhangen, doch es regnete nicht mehr. Also marschierten wir nach dem Zmorge los. Mit dem Wetter hatte sich auch unsere Stimmung gebessert und dieser zweite Wandertag war wirklich sch\u00f6n. Die Schlucht ist sehr eindr\u00fccklich, man kann das auf Fotos gar nicht richtig festhalten: Der Yangtse rauscht auf rund 1\u2019750m\u00fcM durch die Schlucht, unser H\u00f6henweg liegt auf 2\u2019400m\u00fcM und die h\u00f6chsten Bergflanken sind fast 6\u2019000m hoch. Nach rund 3h Wanderzeit erreichten wir bereits Tina\u2019s Guesthouse und damit den Abschluss unserer Tour. Auf der R\u00fcckfahrt stoppten wir noch an der Stelle, die der Schlucht den Namen gegeben hat: \u00c4hnlich wie am Rheinfall gibt es hier eine Stromschnelle, in deren Mitte ein grosser Fels liegt. Die Schlucht ist hier so schmal, dass (der Legende nach) ein Tiger mit zwei Spr\u00fcngen \u00fcber den Fels auf die andere Seite gelangen kann.<\/p>\n<p>Wir aber blieben auf der Nordseite und assen in Qiautou in einem tibetischen Gasthaus Zmittag. Und danach fuhren wir nordw\u00e4rts, tiefer in den autonomen Bezirk D\u00eaq\u00ean hinein, welcher kulturell nicht mehr zu China, sondern schon zu Tibet geh\u00f6rt. Doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag morgen fuhren wir noch rasch an den nahen Erhai-See (damit wir den abhaken konnten), danach folgte die zweist\u00fcndige Fahrt zum Shibao-Berg. Hier gab es eine Felswand, an die sich ein paar Tempel und Statuen schmiegten, welche es nat\u00fcrlich zu besichtigen galt. 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