{"id":931,"date":"2017-06-13T03:55:55","date_gmt":"2017-06-13T02:55:55","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/?p=931"},"modified":"2017-06-13T03:55:55","modified_gmt":"2017-06-13T02:55:55","slug":"groesser-schneller-hoeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/groesser-schneller-hoeher\/","title":{"rendered":"\u66f4\u5927\uff0c\u66f4\u5feb\uff0c\u66f4\u9ad8 \u2013 Gr\u00f6sser, schneller, h\u00f6her"},"content":{"rendered":"<p>Letzten Donnerstag schauten wir uns Shanghai von oben an: Mit dem schnellsten Lift der Welt (18m\/s) fuhren wir aufs zweith\u00f6chste Geb\u00e4ude der Welt hoch, auf den 632m hohen <strong>Shanghai Tower<\/strong>. Wenn auch die Namensgebung nicht sehr fantasievoll ausfiel, so wenigstens die Architektur: Mit seiner geschwungenen, gedrehten Form hebt sich dieser Wolkenkratzer wohltuend von den vielen h\u00e4sslichen Hochh\u00e4usern Shanghais ab. Zudem kann man vom Aussichtsdeck des \u00abZapfenziehers\u00bb auf den 492m hohen \u00abFlaschen\u00f6ffner\u00bb herunterschauen. (Letzteres ist der offizielle \u00dcbername vom Shanghai World Finance Center (SWFC), den \u00abZapfenzieher\u00bb habe ich jetzt grad erfunden.)<\/p>\n<p>Die chinesischen St\u00e4dte sind ja ber\u00fchmt f\u00fcr ihre schlechte Luftqualit\u00e4t und damit ist oft nicht nur Husten und Kopfweh garantiert, sondern auch eine schlechte Sicht. Shanghai ist da keine Ausnahme, im Gegenteil. Da wir nur an einem mittelm\u00e4ssigen Tag aufs Aussichtsdeck hochgingen, sieht man auf den Fotos nun nicht die ganze Stadt, sondern kann viel mehr sehen, wie die H\u00e4user in einer milchigen Suppe verschwinden. Nicht mal zu unserer Wohnung in Xuhui konnten wir blicken, und die liegt grad mal 6.5km vom Turm entfernt. Aber auch bei dieser Sicht war es eindr\u00fccklich genug.<\/p>\n<h4>Maglev<\/h4>\n<p>Und wenn wir an diesem Tag schon extrem hoch hinaus gingen, dann wollten wir es auch grad noch extrem schnell haben. Also gingen wir <strong>Maglev<\/strong> fahren: Maglev steht f\u00fcr Magnetic Levitation, Magnet-Schwebebahn. Von deutschen Firmen wurde hier 2002 der <strong>Transrapid Shanghai<\/strong> erstellt, der sich vorerst auf eine 30km lange \u00abTeststrecke\u00bb von der Longyang Road bis zum Flughafen Pudong beschr\u00e4nkt. Eigentlich wollte man ein gr\u00f6sseres Netz erstellen, doch dann setzten die Chinesen auf die herk\u00f6mmlichen Superschnellz\u00fcge. Inzwischen ist ein Weiterausbau der defizit\u00e4ren Strecke unwahrscheinlich geworden.\u00a0Doch eine Fahrt mit der Maglev ist sensationell: Der Zug beschleunigt bis auf eine\u00a0H\u00f6chstgeschwindigkeit von 430km\/h. Diese Geschwindigkeit erreicht er\u00a0aber nur w\u00e4hrend knapp einer Minute, denn danach muss\u00a0er schon wieder abbremsen, um nicht am Flughafen \u00fcbers Ziel hinaus zu schiessen. F\u00fcr die ganze Strecke ben\u00f6tigt die Bahn gerade mal 7 Minuten.<\/p>\n<p>Wir hatten um 14:10h in Longyang Lu ein Retourticket gekauft und waren eine halbe Stunde sp\u00e4ter bereits wieder dort. Dazwischen rasten wir auf dem Betontrassee zum Flughafen und zur\u00fcck. Die Beschleunigung war eindr\u00fccklich, ab 200km\/h wurde das Fahrger\u00e4usch lauter, ab 350km\/h vibrierte es ein wenig. Nachdem das Tachometer 400km\/h \u00fcberschritten hatte, stieg die Zahl immer langsamer an und bei 431km\/h verharrte sie dann f\u00fcr eine Weile. Vierhunderteinunddreissig Stundenkilometer! Hueregeil!\u00a0Auf der parallel zum Trassee liegenden Autobahn schienen die Autos nun alle r\u00fcckw\u00e4rts zu fahren und sogar das Flugzeug im Landeanflug schien langsamer vorw\u00e4rts zu kommen als unser Zug. Bereits fuhren wir nicht mehr mit H\u00f6chstgeschwindigkeit, als es pl\u00f6tzlich zweimal knallte: Das war die Druckwelle des Gegenzugs, der in weniger als einer Sekunde an unserem Fenster vorbeischoss. Wir fanden das alles sehr eindr\u00fccklich und klebten gebannt am Fenster, doch die Chinesen um uns herum sassen in den Sesseln an ihren H\u00e4ndis und machten ein Gesicht wie die Z\u00fcrcher am Montagmorgen im Tram.<\/p>\n<h4>Expo 2010<\/h4>\n<p>Shanghai hatte im Jahr 2010 eine Weltausstellung beheimatet. Wie auch andere St\u00e4dte nahm Shanghai das zum Anlass, eine Stadtgegend aufzuwerten, und \u2013 ebenfalls wie an anderen Orten \u2013 fiel das Ergebnis durchzogen aus. Der damalige <strong>China Pavillon<\/strong> (architektonisch sehr gelungen, wenn ihr mich fragt) beherbergt heute das Shanghai Art Museum und auch die \u00abMercedes-Benz Arena\u00bb erf\u00fcllt noch immer ihren Zweck. Die <strong>Power Station of Art<\/strong> ist ebenfalls ziemlich cool, obschon das zum Kunstmuseum umgebaute fr\u00fchere Elektrizit\u00e4tswerk etwas gar offensichtlich versucht, die Londoner Tate Modern zu imitieren. Die damalige Hauptachse der Expo ist heute ein halb leerstehendes Einkaufszentrum. An solchen Orten kommt bei mir immer so eine Art Endzeitstimmung auf. Drum herum wird, wie \u00fcberall in Shanghai, fleissig gebaut. Keine Ahnung, ob in die H\u00e4user dann auch jene 18&#8217;000 B\u00fcrger einziehen d\u00fcrfen, die man vor der Expo zwangsumgesiedelt hatte\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Donnerstag schauten wir uns Shanghai von oben an: Mit dem schnellsten Lift der Welt (18m\/s) fuhren wir aufs zweith\u00f6chste Geb\u00e4ude der Welt hoch, auf den 632m hohen Shanghai Tower. 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