{"id":764,"date":"2017-05-07T11:04:26","date_gmt":"2017-05-07T10:04:26","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/?p=764"},"modified":"2017-05-07T11:04:26","modified_gmt":"2017-05-07T10:04:26","slug":"in-den-dobong-bergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/in-den-dobong-bergen\/","title":{"rendered":"\ub3c4\ubd09 \uc0b0\uc5d0\uc11c \u2013 In den Dobong-Bergen"},"content":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen waren wir endlich wieder einmal wandern. Und zwar \u00abrichtig\u00bb, nicht bloss so auf einen kleinen <a href=\"https:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/schoene-aussicht-und-unnoetiges-wissen\/\">Namsan<\/a>\u00a0hoch. Diesmal wollten wir in den <strong>Bukhansan Nationalpark<\/strong>, der n\u00f6rdlich von Seoul teilweise noch auf Stadtgebiet liegt. Dank dem ausgedehnten U-Bahnnetz konnten wir gleich mit der Metro dorthin fahren.<\/p>\n<p>Und wir h\u00e4tten auch gut nackt hingehen k\u00f6nnen, denn auf den paar hundert Metern von der Bahnstation bis zum Start des Wanderwegs reihte sich ein Ausr\u00fcstungsladen an den n\u00e4chsten: Thermo-Unterw\u00e4sche, Wanderhosen, Softshells, Rucks\u00e4cke, Wanderst\u00f6cke, Getr\u00e4nkeflaschen, Proviant und so weiter, man h\u00e4tte sich hier von Grund auf einkleiden und\u00a0ausr\u00fcsten k\u00f6nnen. Jede westliche und \u00f6stliche Outdoor-Marke war mit einem Laden vertreten, und das ganze Angebot war an Kleiderstangen und auf Tischen bis direkt an den Wegrand gestellt.<\/p>\n<p>Bei der Wanderausr\u00fcstung verstehen die Koreaner im Fall keinen Spass! Wir hatten das schon bei den Wochenend-Ausfl\u00fcglern gesehen, die\u00a0jeweils perfekt ausger\u00fcstet\u00a0auf den Ingwansan stiegen, jenen H\u00fcgel\u00a0hinter unserem Quartier, dessen Wanderweg gleich bei uns um die Ecke beginnt. Jede(r) von denen trug\u00a0modische Outdoor-Kleidung, neuste Trekkingschuhe, die besten Wanderst\u00f6cke und eine farbige\u00a0Sonnenm\u00fctze. Vorne an den Rucksacktr\u00e4gern hatten sie mit Karabinern Trinkflasche und Kompass befestigt sowie\u00a0praktische Handschlaufen.\u00a0Da konnten wir nicht mithalten.\u00a0Als Reisende mit beschr\u00e4nktem Gep\u00e4ck f\u00fcr verschiedene Klimazonen mussten wir bei fast jedem Outfit Kompromisse eingehen.<\/p>\n<p>Trotzdem wagten wir uns in dieses Wanderparadies, doch eigentlich\u00a0wussten wir ja noch gar nicht recht, wohin wir denn genau\u00a0wandern w\u00fcrden. Im Internet stand n\u00e4mlich, dass man bei der Touristeninformation eine kleine Karte kriegen k\u00f6nne, und darauf vertrauten wir blind.\u00a0Tats\u00e4chlich erblickten wir am Ende unseres Shopping-Spiessrutenlaufens den Info-Pavillon, und noch bevor wir einen weiteren Gedanken fassen konnten, wurden wir von einer netten Dame praktisch angefallen: Ob wir denn schon w\u00fcssten, wohin wir wandern wollten, wie lange unsere Tour denn so sein sollte, mit welchem Schwierigkeitsgrad und was wir unterwegs anschauen wollten.\u00a0Ruckzuck wurden wir mit allen\u00a0n\u00f6tigen und vielen\u00a0weiteren Informationen eingedeckt,\u00a0nun\u00a0konnte es losgehen.\u00a0Und vor allem hatten wir jetzt ein Ziel:\u00a0Auf den <strong>Jaunbong<\/strong> wollten wir steigen, einen der h\u00f6chsten Gipfel im n\u00f6rdlichen Teil des Parks.<\/p>\n<p>Bis zum Gipfel waren es zwar nur 3km, doch diese hatten es in sich: 700 H\u00f6henmeter galt es zu erklimmen, ganz sch\u00f6n steil also. Das erste St\u00fcck vom Weg war breit und gut ausgebaut, daf\u00fcr waren wir auch nicht ganz die einzigen Wanderer: Obwohl wir unter der Woche unterwegs waren, w\u00e4lzten sich Hundertschaften von Koreanern\u00a0durch den Wald. Sp\u00e4ter wurde der Weg steiler und felsiger, und die Weggef\u00e4hrten wurden seltener. Auf halber Strecke kamen wir an einem einsamen Tempel vorbei, kurz danach\u00a0an einem\u00a0absch\u00fcssigen Felsr\u00fccken, der auf der englischen Karte nur als \u00abThe Rock\u00bb verzeichnet war. Gegen den Gipfel hin wurde der Weg nun wirklich uhuere steil, doch pl\u00f6tzlich erblickten wir vor uns eine breite, gezimmerte Treppe. Diese f\u00fchrte uns bequem die letzten 50 H\u00f6henmeter hoch, bis auf ein kleines B\u00f6deli zwischen den beiden Gipfeln. Komisch, oder? Aber bei 10 Mio. j\u00e4hrlichen Besuchern im Nationalpark ist es verst\u00e4ndlich, dass sie hier die Wege gut ausbauen, ich will mir ja nicht ausmalen, wie der Weg sonst aussehen w\u00fcrde. Zudem h\u00e4tte dann das \u00abRescue Center\u00bb, welches ganz in der N\u00e4he vom \u00abThe Rock\u00bb lag, wohl einiges mehr zu tun.<\/p>\n<p>Die letzten Meter zum Gipfel mussten wir uns noch erklettern, denn ganz hinauf f\u00fchrten die Stufen\u00a0dann doch nicht. Damit es trotzdem jeder hinauf schafft, war aber ein Gel\u00e4nder montiert worden. Oben angekommen, hatten wir dann eine ziemlich coole Aussicht. Jedenfalls hatte ich vorher noch nie von einem Berg runter direkt auf ein Meer von Hochh\u00e4usern geschaut\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen waren wir endlich wieder einmal wandern. Und zwar \u00abrichtig\u00bb, nicht bloss so auf einen kleinen Namsan\u00a0hoch. Diesmal wollten wir in den Bukhansan Nationalpark, der n\u00f6rdlich von Seoul teilweise noch auf Stadtgebiet liegt. Dank dem ausgedehnten U-Bahnnetz konnten wir gleich mit der Metro dorthin fahren. 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