{"id":385,"date":"2017-02-17T23:59:29","date_gmt":"2017-02-17T22:59:29","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/?p=385"},"modified":"2017-02-21T17:05:00","modified_gmt":"2017-02-21T16:05:00","slug":"campo-del-hielo-sur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/campo-del-hielo-sur\/","title":{"rendered":"Campo del Hielo Sur"},"content":{"rendered":"<p>Gleich vorneweg: Was ich <a href=\"http:\/\/christiankaiser.ch\/talk\/el-glaciar-insidioso\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> vor ein paar Tagen \u00fcber hinterlistige Gletscher gemotzt hatte, das gilt nur f\u00fcr argentinische Gletscher. Die chilenischen Eisw\u00e4nde sind da viel zeigefreudiger. Aber der Reihe nach: 14. Februar, Puerto Natales, das Mietauto war abgegeben, K\u00f6rper und Seele wieder in Form gebracht, es konnte also weitergehen. Und so verbrachten wir die n\u00e4chsten drei Tage an Bord der <strong>M\/N Skorpios III<\/strong>, um auf der <a href=\"http:\/\/www.skorpios.cl\/cruceros-skorpios\/ruta-kaweskar\/\" target=\"_blank\">Kaweskar-Route<\/a> das s\u00fcdliche Eisfeld zu entdecken.<\/p>\n<p>Wir gingen also auf eine Kreuzfahrt. Wobei ich gleich pr\u00e4zisieren muss: Wer jetzt an diese Riesenviecher mit 2\u2019000 Kabinen, 12 Restaurants und Joggingstrecke auf Deck 9 denkt, der liegt falsch. Die \u00abSkorpios\u00bb hat Platz f\u00fcr maximal 90 Passagiere, auf unserer Fahrt waren es 56. Ansonsten ist aber vieles den \u00abrichtigen\u00bb Ozeandampfern nachempfunden: Das Sonnendeck heisst auch hier so, es gibt st\u00e4ndig was zu Essen und alle Getr\u00e4nke sind inbegriffen (irgendwann hab ich die Pisco Sour\u2019s nicht mehr gez\u00e4hlt\u2026). Und ja, wir haben das Durchschnittsalter m\u00e4chtig nach unten gezogen.<\/p>\n<p>Beim ersten Abendessen zeigte die Vorstellungsrunde, dass die Passagiere zwar aus neun\u00a0verschiedenen Staaten kamen, die meisten aber aus den USA. Wir teilten den (fest zugeteilten) Tisch mit je einem Paar aus England, Wisconsin und Australien\/Neuseeland und hatten eindeutig die beste Tischrunde erwischt. Jedenfalls waren wir nach jedem Essen die letzten, die den \u00abComedor\u00bb verliessen, meist nachdem wichtige Themen wie US-Politik, Rugby oder Reisen mit viel britischem Humor abgehandelt worden waren.<\/p>\n<p>In der ersten Nacht war das Schiff so weit nach Norden gefahren, dass wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck den riesigen\u00a0<strong>Amalia-Gletscher<\/strong>\u00a0erreichten. Hier wurden wir per Beiboot auf eine Landzunge vor dem Gletscher gefahren. Vor 15 Jahren w\u00e4ren wir hier noch an der Gletscherzunge gestanden, aber inzwischen hat sich diese rund 1.5km zur\u00fcckgezogen, so dass wir noch einen kleinen Spaziergang vor uns hatten. Schon unterwegs h\u00f6rten wir es st\u00e4ndig knallen und donnern: Die im Eis eingeschlossene Luft kommt unter der grossen Last immer mehr unter Druck und sucht sich dann einen Weg nach draussen. Zudem verz\u00f6gerte sich unser Spaziergang etwas, weil uns eine kleine Herde <strong>Huemuls<\/strong>\u00a0(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S\u00fcdandenhirsch\" target=\"_blank\">Andenhirsche<\/a>) \u00abim Weg\u00bb stand: Diese seltenen und eigentlich scheuen Tiere liessen sich aber nicht gross von unserer Anwesenheit st\u00f6ren und bereicherten unsere Gletscherfotos mit einem zus\u00e4tzlichen Sujet. Diese schossen wir von einem Beobachtungsfelsen, von welchem aus wir die ganze Frontwand der Amalia im Blickfeld hatten und auch die diversen Eis-Abbr\u00fcche beobachten konnten.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes fuhr die \u00abSkorpios\u00bb zum <strong>El Brujo-Gletscher<\/strong>. Auch hier brachte uns das Beiboot wieder n\u00e4her heran, diesmal aber auf einen kleinen Felsen direkt vor der Wand. Und El Brujo liess sich nicht lumpen, da k\u00f6nnte sich der Perito Moreno ein Beispiel nehmen: st\u00e4ndig brach irgendwo Eis ab und donnerte ins Wasser hinunter. Ein riesengrosses Portal (sicher 50m hoch und 60m breit) brach innert einer halben Stunde v\u00f6llig in sich zusammen, die gr\u00f6ssten Abbr\u00fcche l\u00f6sten gar eine so grosse Flutwelle aus, dass einzelne Beobachter sich eine h\u00f6here Stelle auf dem Felsen suchen mussten, um nicht nass zu werden. Wir kamen kaum\u00a0aus dem Staunen raus und wollten gar nicht mehr zur\u00fcck aufs Schiff.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dem Mittagessen zogen dann immer mehr Eisberge draussen vor dem Fenster vorbei und ab und zu rummste es durchs ganze Schiff, wenn die \u00abSkorpios\u00bb mal wieder in einen reingefahren war. Irgendwann wurde es dann aber zuviel und das Schiff ging vor Anker. Aber die Schiffsgesellschaft hat hier draussen einen kleinen Eisbrecher stationiert, und so konnten wir noch ein paar Kilometer weiter in die Eisw\u00fcste vom <strong>Fiordo Calvo<\/strong>\u00a0hineinfahren und die verschiedenen Gletscher (Fernando, Capit\u00e1n Constantino, Alipio) aus der N\u00e4he betrachten. Auch eine Kolonie \u00abLobos del Mar\u00bb und viele Kormorane bekamen wir zu Gesicht.<\/p>\n<p>Am dritten Tag besuchten wir im <strong>Fiordo de las Monta\u00f1as<\/strong> den Alina- und den Bernal-Gletscher, am Nachmittag folgte ein Ausflug mit dem Beiboot an der <strong>Angostura White<\/strong>. Hier nisteten Kormorane, Kondore und andere V\u00f6gel, zudem tanzten wieder einmal ein paar Delfine um unser Boot. Am Abend folgte standesgem\u00e4ss das Captains Dinner mit Buffet und Tanz, und am n\u00e4chsten Morgen mussten wir leider schon wieder von Bord.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich vorneweg: Was ich hier vor ein paar Tagen \u00fcber hinterlistige Gletscher gemotzt hatte, das gilt nur f\u00fcr argentinische Gletscher. Die chilenischen Eisw\u00e4nde sind da viel zeigefreudiger. Aber der Reihe nach: 14. Februar, Puerto Natales, das Mietauto war abgegeben, K\u00f6rper und Seele wieder in Form gebracht, es konnte also weitergehen. 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